Von Bäumen, Jahresringen und einer schönen Zeit

Baum

 

Nun ist es geschafft, und wäre ich ein Baum, hätte ich nun einen Jahresring mehr. Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre tatsächlich ein Baum. Was würde ich alles sehen und hören. Menschen würden unter meiner Krone sitzen und plaudern, Hunde würden ihr Bein heben (vielleicht würde ich es nicht einmal merken), Vögel würden Nester in meinen Zweigen bauen und ich würde im Winter mit kaltem Puderzucker bestreut, würde im Frühling kleine grüne Blätter bekommen, im Sommer satt grüne Blätter tragen und im Herbst müsste ich mir den Wind um die Nase, ach nein, um die Krone wehen lassen und vielleicht würde mein Stamm gerüttelt und geschüttelt.

Natürlich bin ich kein Baum, ich kann umher laufen und dennoch musste ich mir schon früh den Wind um die Nase wehen lassen. Und- um wieder zum Baum zurück zu kommen, mir wurden die Zweige gestutzt, damit ich auch ja in die richtige Richtung wachse und dennoch, auch, wenn es viele Jahre dauerte, habe ich mich durchgesetzt, und meine Zweige so wachsen lassen wie ich es wollte. Ich habe mir vorgenommen mich nie wieder stutzen zu lassen. Und ich habe, wie oben bereits geschrieben, wieder einen Jahresring mehr!

Nun schaue ich also zurück, auf ein halbes Jahrhundert Leben, auf Höhen und Tiefen, auf Rückschläge und neue Lebenswege und auf schöne Momente mit lieben Menschen. Und gerade diese Momente sind es, die das Leben lebenswert machen.

Es ist schön, das so viele Menschen an mich gedacht haben und mir eine wunderbare  Zeit beschert haben, an die ich sicherlich noch sehr lange zurückdenke.

Vielen Dank dafür!

 

 

Moment mal…

Sonnenaufgang

oder meine Gedanken zum einzigartigen, unvergesslichen Moment.

Das ich leidenschaftlich gerne fotografiere, ist sicherlich dem Ein oder anderen bekannt, und als ich eines Morgens aus unserem Wohnzimmerfenster schaute und der Himmel sich mir in den wunderschönsten Violett und Rottönen präsentierte, dachte ich, ach, du hast ja noch Zeit, du kannst ja eben noch den Tisch decken. Tja und dabei war es geblieben. Aus dem Foto wurde nichts, denn schon bald hatten sich die Farben verzogen und der Himmel zeigte sich von seiner hässlichen, grauen, unversöhnlichen Seite.

So kann es gehen, dachte ich mir und nahm mir vor, beim nächsten Mal alles stehen und liegen zu lassen und diesen einzigartigen, unvergleichlichen Moment festzuhalten. Und es gelang mir nun viele Male. Wer aber meint, jetzt käme Langeweile auf, der hat sich geirrt, denn auch, wenn ich vom Morgenrot spreche, so war doch jedes Mal der Himmel immer wieder anders. Aber jedes Mal für mich unvergleichlich schön.

Ich glaube es gibt viele Momente, die man im Leben festhalten sollte, damit man sich später daran erinnern kann. Manchmal gelingt es sie auf einem Foto festzuhalten, manche unvergleichlichen, einzigartigen Momente trägt man im Herzen und kann sie später aus seinen Erinnerungen ausgraben und sich an ihnen erfreuen.

Es gibt aber auch erste Momente, kurze Augenblicke, die sind nicht immer so schön. So verlangt uns das Leben manchmal Entscheidungen ab, die gerade in diesem Moment getroffen werden müssen. Manchmal begegnet man Menschen und genau in diesem Moment entscheidet sich, ob man mit ihnen weiter durchs Leben geht, oder, ob sie nur eine flüchtige Bekanntschaft gewesen sind. Und manchmal bereut man Entscheidungen, die man aus einem guten Gefühl heraus getroffen hat, dann möchte man diesen einen Moment wieder rückgängig machen, aber meistens gibt es ein Später nicht mehr. Das gilt sowohl für die Versöhnung, die man später bereut, als auch für den Streit, der aus heiterem Himmel ausgebrochen ist. Da ist dann dieser eine Moment, der für den weiteren Hergang ausschlaggebend ist. Natürlich lässt sich vieles im Nachhinein ändern, aber es dauert oft seine Zeit.

Das ist dann so, wie bei dem Morgenrot, oder wie an dem Tag, als ich die letzte Blüte an einer Ranke fotografieren wollte und als ich mit der Kamera vorbei ging, war sie abgefallen und lag traurig auf dem Asphalt.

Manche Dinge lassen sich im Leben schwer wieder rückgängig machen und manche Entscheidungen bereue ich heute. aber, wenn sich mir der Himmel wieder einmal mit dieser Farbenpracht präsentiert, dann weiß ich, das jeder Moment, jedes Erlebnis einzigartig ist und einen auf die ein oder andere Weise prägt und wichtig für das Leben ist.

So sind sowohl die schlechten Momente, die falschen Entscheidungen für das Leben wichtig, denn durch sie lernt man viel über sich selbst und andere Menschen, als auch die guten Momente, die Entspannung bringen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder auf den nächsten einzigartigen Moment!

Alles wieder blank geputzt

So manch einer würde mich sicherlich für verrückt halten, dass ich mich über diese Abkühlung mitten im Sommer freuen kann. Allerdings hat sie einen Vorteil, es lässt sich wieder besser denken und man ist weniger genervt. Endlich kann ich mich wieder bewegen ohne Angst haben zu müssen gleich umzufallen.

Das Schauspiel, was dem voran ging, hat mich allerdings zum Nachdenken angeregt.

Seit vorgestern Nacht schien die Natur in Aufruhr zu sein. Blitze zuckten und ein tiefes Donnergrollen war zu hören und die Blumen musste ich seit langer Zeit nicht mehr gießen. Allerdings brachte dieser erste Aufruhr keinerlei Abkühlung.

Der gestrige Tag mutete dann wie ein typischer Herbsttag an. Die Bäume bewegten sich heftig im Wind und der Regen peitschte gegen die Fensterscheiben. Und der Wind heulte, sodass ich mir beinahe wie in einem Spuk-Schloss vorkam.

Hier drinnen, in der Wohnung war es urgemütlich. Ich liebe ja solche Momente, wo die Natur in Aufruhr ist. Dann kommt man sich ganz winzig und schwach vor. Dann weiß man erst, wie viel Kraft der Natur inne wohnt, die wir Menschen allzu gerne unterschätzen, uns sogar Untertan machen wollen. Aber dort sind dann die Grenzen. Klar, hier drinnen war es gemütlich. Für diejenigen, die unterwegs waren und sich auf Aktivitäten freuten, die aufgrund der Wetterlage abgesagt wurden, war es sicherlich ärgerlich. Für die, die draußen sein mussten, zuweilen bestimmt auch nicht ganz ungefährlich. Und so mancher betrauerte die abgeknickten Bäume im eigenen Garten oder fluchte über umgestürzte Zäume.

Und heute Morgen? Da liegt ein schöner neuer, kühler und sonniger Tag vor mir. Es riecht frisch, eben, wie blank geputzt. Meine Blumen sehen eine Spur frischer aus als sonst. Und mir ist es so, als würde die Natur sagen: Was hast du denn, es ist alles wieder in Ordnung! Was war denn gestern?

Irgendwie vermisse ich das Heulen des Windes, den Regen, der gleichmäßig gegen die Fenster prasselt, weil mich all das an meine Lieblings-Jahreszeit, den Herbst erinnert.  Und trotzdem bin ich froh, das dieser Tag nun frisch und blank geputzt vor mir liegt.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderschönen Sonntag!

Wenn man einmal anfängt…

Tja, wie könnte man diesen Satz jetzt wohl weiterführen?

In meinem Fall heißt es weiter…

Wenn man einmal anfängt seine Schränke auszuräumen, findet man Dinge, die lange nicht mehr benutzt wurden, und nach langer Überlegung stellt man fest, das viele Dinge, die irgendwo in einer finsteren Ecke des Schrankes ihr tristes Dasein fristen, gar nicht mehr zu gebrauchen sind. Entweder, weil das Augenmerk auf anderes gerichtet ist, oder- wie in meinem Fall, weil das, Geschirr alt, verkratzt und unansehnlich wurde. Vielleicht spielt ja auch die Jahreszeit eine große Rolle, der Wunsch, etwas zu verändern, neu zu ordnen und Platz für neue Dinge zu schaffen.

So stöberte ich, weil ich von Haus aus faul bin, ein wenig im Internet und fand dort tatsächlich ein schönes Geschirr, das ein wenig nostalgisch wirkt, und ich dachte mir, das gehört bald mir. Gesagt, getan und so kam es, wie es kommen musste, unser etwa 12 kg schweres Paket stand plötzlich, zusammen mit 7 anderen Paketen im Treppenhaus. Da hatten also wohl noch andere ähnliche Gedanken, dachte ich, als ich schmunzelnd hinunter schaute.

Die zwei großen, schweren (denn es stand noch eine andere Bestellung aus) waren für uns bestimmt. Ein Nachbar verschwand mit einem ganz langen und einer mit einem hübschen roten quadratischen. Ich hätte zu gerne gewusst, was in diesem Paket wohl war…

Nun aber wieder zurück zu unseren Schränken, die zunächst vom alten Geschirr, was mehr oder weniger zusammengewürfelt war, befreit wurden. So hatten die neuen Errungenschaften auch endlich Platz.

Nun ist alles so, wie es sein sollte, es gibt nichts zu tun, als das Wochenende mit lieben Menschen zu genießen und eine schöne Zeit zu verleben.

Das ist das, was ich nach so einer Aktion so liebe, die Ruhe und die Gewissheit, das das nächste Chaos garantiert nicht lange auf sich warten lässt.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Pfingstwochenende!

Meine Vorsätze für 2015!

silvester 2015

Ich lasse den Besserwissern ihr Wissen,

den Schwarzmalern ihre Lieblingsfarbe,

schenke den griesgrämigen ein Lächeln

freue mich an den schönen Dingen des Lebens und bemühe mich meine Welt, in der ich lebe mit den Menschen, die ich mag auf meine Art ein wenig freundlicher und heller zu machen.

Ob mir all das gelingen wird, weiß ich erst, wenn das Jahr 2015 zu Ende ist. Aber bis dahin gibt es noch so viele Dinge zu erleben…

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Start in das Jahr 2015!

Wo bitte geht’s denn hier zum Wochenende?

Mh also da müssen sie zunächst einmal eine ordentliche Strecke gehen. Es ist ein merkwürdiger, manchmal auch aufregender, stressiger, anstrengender Weg, der ab und zu aber auch erholsam sein kann. Ich verspreche ihnen, sie werden eine Menge zu sehen bekommen.

Zunächst einmal, sehen sie diesen langen, holprigen Weg da vorne?
Ja genau diesen Weg, müssen sie gehen, einen anderen gibt es nämlich nicht!

Zunächst kommen sie an einem Ort vorbei, in dem jeder in eine andere Richtung davon hastet. Übrig bleiben nur die, die zu Hause arbeiten. Dieser Ort heißt Montag. Wenn du dich entscheidest, am Morgen durch diesen Ort zu laufen, wirst du die meisten Bewohner dort griesgrämig erleben. Also sieh zu, das du wieder auf den Feldweg zurück kehrst.

Bald schon gelangst du zu einem anderen Ort, dem Dienstag. Auch hier sind die Menschen oft übel gelaunt, manchmal aber sind sie am Abend, wenn sie wieder kehren schon etwas besser drauf.

In der Mitte aber liegt ein Ort, der ist merkwürdig rund, und von ihm gehen viele Straßen ab, versuche dich nicht zu verlaufen! Hier sind die Bewohner schon etwas froher gestimmt, denn, sie haben es ja bald geschafft!

Wenn du es tatsächlich wieder auf den Feldweg geschafft hast, wirst du auch bald schon das nächste kleine Örtchen finden, und wenn du genau hinschaust, dann huscht so manch einem ein freudiges Lächeln über sein Gesicht. Falls du es noch nicht erraten hast, dieser Ort heißt Donnerstag!

Wenn du jetzt nicht allzu erschöpft bist, und deinen Weg fortsetzt, aber bitte nicht stolpern! kommst du endlich zu einem riesigen Ort, der zunächst wie ausgestorben zu sein scheint. Früher einmal hieß dieser Ort Freitag, aber seitdem die kleinen Dörfchen Samstag und Sonntag dort eingemeindet wurden, nennt ein jeder dieses kleine Städtchen ganz einfach Wochenende!

Wenn du Zeit hast und ein wenig dort verweilst, wirst du, wenn es Abend wird, viele Menschen dort antreffen. Sie alle sind in bester Feierlaune, und genießen die Zeit mit Freunden und der Familie. Auf den Straßen und Plätzen des Ortes wirst du nur fröhliche Leute antreffen. Aber gib acht, nach zwei bis drei Tagen, strömen alle Bewohner wieder in ihre Dörfchen, denn es wird wieder Zeit das schöne Städtchen Wochenende zu verlassen, weil das Tagewerk ruft.

Und so geht es Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr!

Ein schönes Wochenende für euch!

Hast du jemals…?

Es wird mal wieder Zeit, diesen Blog wieder ein wenig mit Leben zu füllen.

Heute war ein wunderschöner, sonniger, wenn auch sehr heißer Tag. An dem ich viel gelacht habe, mir dennoch sehr viele Gedanken im Kopf herumschwirrten.

Manchmal geht das Leben komische Wege, man macht eine Tür zu, und sieht plötzlich alles viel klarer. Auf einmal bekommen die wwirklich wichtigen Dinge wieder Farbe, die man achtlos links liegen gelassen hat. Und plötzlich erkennst du, wie wichtig Menschen sind, die an deiner Seite sind, selbst, wenn sie nicht um dich sein können. Auch, wenn man sich manchmal alleine fühlt, so sind sie immer da, wie kleine Sterne, die am Nachthimmel aufblitzen.

Aus diesem Gefühl heraus ist der folgende Text entstanden, den ich ganz bewußt in meinen privaten Blog stelle, weil er mich ganz persönllich betrifft, und dennoch mit den Erlebnissen der letzten zwei Tage sehr eng verknüpft ist.

Hast du jemals….?

Manchmal sind die Tage dunkel, wenn sie eigentlich hell und fröhlich sind, und wenn du dich umschaust, dann ist überall Leben, nur in dir ist Stille, nachdenken, verdauen, innehalten.

Ich schaue dich an, helfe dir, interessiere mich für die Dinge die du tust, die du schaffst, ich freue mich für dich und all die anderen. Dann aber horche ich in mich hinein und in meinem Kopf bildet sich immer wieder dieser Satz.

Hast du jemals gesehen, wo ich bin, hast du dich dafür interessiert, was ich mache, was ich geschaffen habe?

Und die Antwort kommt schneller als mir lieb ist. Nein, du wolltest nur, das ich mich für dich interessiere, das ich alles gut finde was du tust, das ich dich weiter bringe, genau, wie all die anderen.

So schaue ich mich um, suche nach einem Ausweg und sehe, dass es nur einen gibt. Mich umzudrehen und zu gehen, denn ihr habt genug Menschen, die alles beklatschen was ihr tut. Ihr braucht mich nicht, denn ab jetzt werde ich nicht mehr für euch da sein.

Denn, es gibt Menschen, da lohnt es sich mit und für sie zu kämpfen, denn auch sie sind da, wenn ich jemanden brauche. Und plötzlich weiß ich, welchen Weg ich gehen muss. Nämlich den abseits dieser Menschen, die meinen alles an sich reißen zu müssen. Hin zu denen, die es ehrlich mit mir meinen, und die mich nicht für ihre Zwecke einspannen.

Und ich nicke, lächle sogar und freue mich, das ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin.

Manchmal ist es doch gut, auf seine innere Stimme zu hören.

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